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///Mit dem Leseplan für Klasse 2 individuell fördern

Mit dem Leseplan für Klasse 2 individuell fördern

Von | 2018-07-10T19:10:24+00:00 4. Januar 2017|Zebra im Hörsaal|0 Kommentare

Im folgenden Artikel möchte ich darstellen, wie mit unserem Leseplan für Klasse 2 gemeinsam Methodenkompetenz aufgebaut und individualisierte Erfahrungen gesammelt werden können. Wie schon in Klasse 1 deutlich wurde, ist die Kombination von angeleiteter Arbeit und Lernangeboten nach Leseplan effektiv, bietet viele Möglichkeiten der Differenzierung, fördert das selbstverantwortliche Lernen der Kinder und schafft der Lehrerin/dem Lehrer Freiräume für individuelle Lernbeobachtungen und Hilfen.

 

Zebra liest

Meine Kinder waren das selbstständige Arbeiten mit dem Leseplan aus Klasse 1 bereits gewohnt und wollten auch in Klasse 2 auf keinen Fall darauf verzichten. Die abwechslungsreiche Arbeit nach Leseplan hatte offensichtlich auch einen hohen Motivationsfaktor, den ich unbedingt wieder nutzen wollte. Dabei würde es aber in diesem Schuljahr einige Veränderungen geben müssen, insbesondere um den anspruchsvolleren inhaltlichen Herausforderungen gerecht zu werden, aber auch um Beobachtungen aus dem letzten Schuljahr zu nutzen um die Effekte der Teamarbeit weiter zu verbessern.


Zu den inhaltlichen Herausforderungen

Im ersten Schuljahr ging es vorrangig darum, das Lesen auf differenziertem Niveau im eigenen Lerntempo zu erlernen. Im zweiten Schuljahr geht es um eine Weiterentwicklung der individuellen Lesegeläufigkeit und um den Aufbau einer Methodenkompetenz, mit der sich die Kinder die vielfältigen Aspekte einer „Lesekompetenz“ erschließen können. Einige Methoden sind dabei von besonderer Bedeutung, da sie auch in den weiterführenden Klassen genutzt oder sogar noch ausgebaut werden sollen. Diese besonders relevanten Lernangebote habe ich entweder in die Tipps für den angeleiteten Unterricht gepackt, oder unter den Hinweisen zu den einzelnen Arbeitsplänen gibt es Anregungen, wie man nach der selbstständigen Erarbeitungsphase, durch eine gemeinsame Reflexion oder durch ein vertiefendes Angebot der Bedeutung der Inhalte gerecht werden kann.


Effekte der Teamarbeit nutzen

 

Erfahrungen im eigenen Unterricht belegen, was auch in der didaktischen Fachliteratur empfohlen wird: Die Arbeit in festen Lernteams kann sehr gewinnbringend sein. Ich habe daher bereits in Klasse 1 die Kinder in verbindlichen Partner-Teams zusammenarbeiten lassen. Sie haben gemeinsam herausgefunden, was wie gemacht werden musste. Sie haben sich gegenseitig auf mögliche Fehler hingewiesen, und es entstanden teilweise fruchtbare Lerngespräche. Das war besonders hilfreich, wenn die Kinder von ihrer Lernentwicklung her etwa gleich stark waren. (War der Lernpartner deutlich besser, neigte das schwächere Kind zu sehr dazu, sich blind auf den starken Partner zu verlassen).

 

Das kann man dadurch auffangen, dass leistungsstarke Kinder für einen längeren Zeitraum als verbindliche Helfer schwächeren Kindern zugeordnet sind. Die Zuordnungen werden an einer Magnettafel vorgenommen. Die schwächeren Kinder dürfen in der Regel wählen. Aber auch sie fungieren für eine abgesprochene Übungsphase gelegentlich als Helfer für ein anderes Kind. Die Standard-Partnerhilfe gilt nur für festgelegte kurze Arbeitsphasen; z.B. überprüfen Helfer kurz nach Arbeitsbeginn, ob das Partnerkind weiß, was es tun muss (Orientierung auf dem Lernplan, Aufgabenverständnis im Arbeitsheft). Die Lehrerin/ der Lehrer kann durch Klangzeichen den Zeitrahmen eingrenzen.


Zur Differenzierung bei der Arbeit nach Leseplan

Die Lesepläne A, B, … sind grundsätzlich für alle Kinder verpflichtend. Die nummerierten Lesepläne können in beliebiger Reihenfolg das Lernangebot ergänzen, entweder zur Differenzierung oder um den Anteil der Arbeit nach Plan zu erhöhen. Durch feste Lernteams und verbindliche Helferstrukturen ist grundsätzlich eine angemessene persönliche Unterstützung gewährleistet, die im Einzelfall durch die Lehrerin/ den Lehrer individuell unterstützt werden kann.

Der Leseplan muss der Reihe nach abgearbeitet werden. Dabei geben Pfeile Hinweise, ob zunächst mit dem Lesebuch (den Leseheften) oder mit dem Arbeitsheft „Lesen und Schreiben“ begonnen werden soll. Alle Lesebuchtexte müssen grundsätzlich mindestens zweimal gelesen werden.

Das erste Lesen ist stets das selbstständige stille Erlesen des Textes.

Das zweite Lesen ist das laute Vorlesen, entweder als Partnerarbeit (Kinder mit einer guten Lesegeläufigkeit können hier die individuelle Genehmigung erhalten, sich beim Partnerlesen nach Abschnitten abzuwechseln) oder im Rahmen der dritten Möglichkeit als Hausaufgabe.

Bei Kindern mit besonderem Übungsbedarf, bezogen auf die Lesegeläufigkeit, kann die Hausaufgabe auch zur verbindlichen, dritten Leseübung werden.

Da das schöne Vortragen eines Textes neben der Förderung der Lesegeläufigkeit zu den wichtigen Zielen im zweiten Schuljahr gehört, ist der Lesevortrag eines selbst ausgewählten Lesestücks nach Beendigung aller Aufgaben, die zu einem Lernschwerpunkt gehören, verbindlich unter den Extra-Aufgaben aufgeführt. Organisatorisch findet sich hierfür jeweils das Partner-Team mit den Kindern zusammen, die sie beim Lernen unterstützen. Hierfür können von der Gruppe individuelle Absprachen getroffen werden (die langsameren Kinder melden sich, wenn sie das Kapitel beendet haben) oder einmal pro Woche wird eine offene Lesestunde angeboten, in der auch das gegenseitige Vorlesen stattfinden kann. Für die Lehrerin/ den Lehrer eine gute Gelegenheit, bei einzelnen Gruppen zuzuhören und sich Notizen über die Lernentwicklung zu machen, die später auch für die Leistungsbeurteilung genutzt werden können.

Sternchenaufgaben auf dem Lernplan kennzeichnen besonders anspruchsvolle Aufgaben oder auch Zusatzaufgaben. Die Lehrerin/der Lehrer legt fest, wer diese Aufgaben bearbeiten muss, um angemessen gefordert zu werden, wer wählen darf, oder ob diese Aufgaben zunächst einmal ausgelassen werden sollen.


Differenzierte Hausaufgaben

 

Hier hat es sich bereits im ersten Schuljahr bewährt, dass die Kinder je nach Arbeitsstand die nächst mögliche Aufgabe rot auf den Lernplan ankreuzen und anschließend individuell in ihr Hausaufgabenheft eintragen. Die Lehrerin/der Lehrer kann vorgeben, ob es sich nur um eine Aufgabe im Arbeitsheft handeln soll oder/und um eine zweit/dritte Leseübung eines Textes.

 


Kontrolle

 

Empfehlenswert ist auf jeden Fall die Kontrolle in Kleingruppen, da hier bei eventuellen Fehlern auch gute Lerngespräche entstehen können. Für einige Seiten können auch Lösungsblätter ausgehängt werden. Manchmal lohnt es sich auch ausgewählte Seiten gemeinsam zu besprechen. Helfer können nur gelegentlich Seiten bei ihren „Förderkindern“ „korrigieren“.

Es kann sie schnell überfordern. Die letzte Kontrolle findet immer noch einmal durch die Lehrerin/den Lehrer statt, nachdem das Kind mit dem gesamten Lernplan fertig ist. Die Phasen der vorangegangenen individuellen Kontrollen erleichtert diese Aufgabe glücklicherweise erheblich.

Viel Spaß bei der Arbeit mit dem Leseplan wünscht
Bärbel Hilgenkamp

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