Zebrafanclub
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Buchstabengeschichten mit Zebra Franz: Phonologische Bewusstheit im Anfangsunterricht fördern

In diesem Beitrag findet ihr passend zum Buchstabenheft Plus Teil A für die ersten Buchstaben (IMA und LOT) Geschichten, mit denen eure Schülerinnen und Schüler spielerisch die phonologische Bewusstheit (das Heraushören von Anlauten) trainieren und die Lautgebärden einüben können.

Phonologische Bewusstheit: Grundlage für den Schriftspracherwerb

Im Rahmen der phonologischen Bewusstheit erwerben die Kinder Einsichten in die Lautstruktur der Sprache, die sie für das Schreiben und Lesen nutzen. Zum Schulanfang verfügen die Kinder meist nur über implizites Sprachwissen. Zwar können sie aus Wörtern Sätze bilden, wissen jedoch noch nicht, was ein Wort ist. Auch können sie ähnliche Wörter (bspw. solche, die sich nur durch einen Laut unterscheiden, z. B. Hase/Hose) auseinanderhalten, den Unterschied aber häufig noch nicht benennen. Die Aufmerksamkeit der Kinder ist auf die Bedeutung und nicht die Lautstruktur gerichtet. Phonologische Bewusstheit erfordert, sich von der Bedeutung zu trennen und Wörter abstrakt und sprachstrukturell zu betrachten. Phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne meint die Fähigkeit, einen Lautstrom in kleinere Einheiten zu untergliedern (Sätze in Wörter, Wörter in Silben).

Das Schwingen von Silben oder das Finden von Reimwörtern können hier erste, recht frühzeitig zugängliche Übungen sein. Phonologische Bewusstheit im engeren Sinne bedeutet, dass Phoneme als kleinste bedeutungsunterscheidende Einheiten der gesprochenen Sprache erkannt werden. Hierzu zählt das Bestimmen der Anzahl der Laute oder das Heraushören einzelner Laute als Anlaut, Inlaut oder Auslaut. Phonologische Bewusstheit im engeren Sinne entwickelt sich erst in Auseinandersetzung mit der geschriebenen Sprache. Daher sollen in den Buchstabengeschichten, wie auch im Buchstabenheft Plus anfänglich nur Anlaute herausgehört werden.

Phonologische Bewusstheit bildet die zentrale Voraussetzung für einen gelingenden Schriftspracherwerb und sollte daher gründlich trainiert werden.

Lautgebärden zur Unterstützung des Erlernens der Graphem-Phonem-Korrespondenzen

Im deutschen Schriftsystem werden Lauten regelhaft Buchstaben oder Buchstabenverbindungen zugeordnet. Die Schreibtabelle veranschaulicht diese Zuordnungen. Durch die Lautbilder haben die Kinder jeweils ein passendes Beispielwort zur Hand. Außerdem können diese als Merkhilfe dienen.

Eine zusätzliche effektive Merkhilfe stellen die Lautgebärden dar, die wie auch die Lautbilder ebenfalls in der Kopfzeile der Seiten des Buchstabenhefts PLUS angegeben sind. Zusätzlich gibt es zu jeder Lautgebärde ein Erklärvideo und ein Plakat. Durch die motorische Unterstützung der Gebärden können Laut-Buchstaben-Verbindungen besser verinnerlicht werden. Lautgebärden weisen dabei entweder eine phonetische, graphematische oder semantische Gestaltung auf, beziehen sich also auf die Realisierung des Lautes, die Buchstabengestalt oder inhaltliche Assoziationen.

Die Zebra Buchstabengeschichten im Unterricht

Die Buchstabengeschichten beinhalten gehäuft Nomen, die einen von jeweils drei Buchstaben im Anlaut haben. Die „Buchstabenpakete“ folgen der Progression in den Buchstaben Plus Heften (zunächst IMA, LOT). Alle Wörter, die fokussiert betrachtet werden sollen (im Folgenden als „Fokuswörter“ bezeichnet), hängen als Bildkarten der Geschichte an, sowie zusätzlich Buchstabenkarten und Lautbilder. Die Karten sollten für jedes Kind vervielfältigt und von den Kindern ausgeschnitten werden.

Anschließend kann folgendermaßen vorgegangen werden:

Schritt 1: Klärung der Fokuswörter

  • Die Lehrkraft zeigt die Bildkarten zu den Fokuswörtern.
  • Gemeinsam werden die Wörter geklärt und benannt.
  • Anschließend nennt die Lehrkraft ggf. eines der Wörter und die Kinder halten das passende Bildkärtchen hoch.

Schritt 2: Lautgebärden wiederholen/einführen

  • Die Lautgebärden werden mithilfe der Lautgebärdenfilme, Plakate oder Karten wiederholt oder neu eingeführt.
  • Die Lautgebärdenkarten werden nebeneinandergelegt, die Gebärden imitiert und die entsprechenden Laute dazu gesprochen.
  • Die Kinder ordnen die Buchstabenkarten zu den jeweiligen Lautgebärden zu – so werden Laut, Gebärde und Buchstabe verknüpft.

Schritt 3: Anlaute heraushören (Wortebene)

  • Die Kinder sprechen die Wörter zu den Bildkarten deutlich.
  • Sie hören gezielt die Anlaute heraus.
  • Zu jedem Anlaut führen sie die passende Lautgebärde aus und ordnen diese Gebärde der Bildkarte zu.

Diese Vorübung eignet sich gut für Partnerarbeit und kann anschließend im Plenum verglichen werden. So festigen die Kinder das bewusste Heraushören von Anlauten und die Zuordnung zur entsprechenden Gebärde. [1]

Schritt 4: die Buchstabengeschichte anhören

  • Die Bildkarten liegen sichtbar ausgebreitet.
  • Die Klasse hört die Buchstabengeschichte gemeinsam an (Audiodatei).
  • Die Kinder versuchen, die Wörter zu den Bildkarten im Text wiederzuerkennen; sie können ggf. darauf zeigen, wenn sie diese hören.

Der Fokus liegt beim ersten Hören vor allem auf dem Inhalt der Geschichte, damit ein Verständnisrahmen entsteht.

Schritt 5: die Buchstabengeschichte erneut anhören und die Lautgebärden ausführen

  • Die Geschichte wird ein zweites Mal abgespielt.
  • Immer wenn die Kinder ein Fokuswort hören, führen sie die entsprechende Lautgebärde zum Anlaut aus.

Durch die Audiodatei hat die Lehrkraft die Hände frei und kann die Kinder sowie ihre Gebärden gut im Blick behalten.

Variante zu Schritt 5: die Buchstabengeschichte erneut anhören und das passende Buchstabenkärtchen hochhalten

  • Statt Lautgebärden auszuführen, können die Kinder beim erneuten Hören der Geschichte die passenden Buchstabenkärtchen hochhalten.
  • Auf diese Weise werden die Laut-Buchstaben-Beziehungen zusätzlich gefestigt.
Zebra Franz übt Lautgebärden

Viel Freude mit den Zebra Buchstaben-Geschichten! Wünscht ihr euch weitere Buchstabengeschichten oder habt ihr weitere Anregungen? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Eure Bernadette Girshausen

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Über die Autorin

Bernadette Girshausen

Berufliche Tätigkeit: Nach meinem Referendariat an der Nachbarschaftsschule Leipzig war ich an der Universität Leipzig im Bereich Grundschuldidaktik Deutsch tätig. Vorrangig habe ich mich mit der Sprachreflexion sowie mit dem Schriftspracherwerb beschäftigt. Mein besonderes Interesse galt dabei der Förderung von Kindern mit Schwierigkeiten im Bereich Lesen und Rechtschreiben. Nun arbeite ich neben meiner Stelle an der HU Berlin im Bereich Sportdidaktik sowie als freie Zirkuspädagogin und freue mich, weiterhin als Klettautorin tätig sein zu können. Was mir privat Spaß macht: In meiner Freizeit bin ich gerne an der frischen Luft, bin gern im Café und höre Musik.

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