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Zeitformen in der Grundschule: Mit KI einfach und schnell Tests erstellen

In diesem Artikel zeige ich euch, wie ich für meine 3. Klasse einen maßgeschneiderten Zeitformen-Test mit KI entworfen habe – individuell statt allgemein. Erfahrt, wie ihr KI als Denkpartner für schnelle Checks nutzt.

Individuell statt allgemein

Man kann tausende fertige Arbeitsblätter im Internet finden. Mithilfe von KI konnte ich aber schnell Material zu den Zeitformen Präteritum und Perfekt erstellen, das genau zu meiner Klasse und zu meinem Unterrichtsstil passt. Individuell statt allgemein, das ist ein großer Vorteil der Arbeit mit KI.

In diesem letzten Artikel unserer Reihe zeige ich euch, wie ich im Dialog mit der KI einen differenzierten Test als schnelles, selbst gebautes Instrument zur Lernstandskontrolle entwarf.

Den „Test-Experten“ aktivieren: Kontext ist alles

Ihr erinnert euch: Um möglichst gute Antworten geben zu können, muss die KI wissen, welche Rolle sie spielen soll. Ich habe meiner KI also geschrieben, dass sie eine sehr erfahrene Didaktikerin im Fach Deutsch (Klasse 3) in einem Berliner Brennpunkt ist. Zusätzlich muss die KI wissen, in welcher Szene sie sich befindet. Dazu habe ich einfach alle bisher im Unterricht behandelten Arbeitsblätter sowie meine Reihenplanung gesendet.

Dadurch hatte die KI sehr viel Kontext über meine Klasse:

  • was genau wir gelernt haben,
  • wie die Aufgabenformate aussahen und
  • welches sprachliche Niveau in den Übungen herrschte

Achtet wie immer darauf, dass ihr aus datenschutzrechtlichen Gründen keine personenbezogenen Daten eurer Schülerinnen und Schüler an die KI weitergebt.

Qualität durch Dialog: Den Test verfeinern

Der größte Wert der KI liegt im Dialog – seht sie als Denkpartner, nicht als Denkersatz. Ich habe der KI zu ihrem Vorschlag genaues Feedback zu folgenden Punkten gegeben:

  • Wortschatz-Kontrolle
  • Transferaufgabe
  • Punkteverteilung
  • Zeitrahmen

Diese Tipps möchte ich euch wirklich ans Herz legen:

  • Schreibt euren KIs genau, was euch gefällt und was nicht. Die KI wird besser verstehen, wonach ihr sucht, und die nächste Antwort wird besser sein.
  • Überlasst das Schreiben von Text der KI, sie kann das schneller als ihr. Wenn ihr wie hier fünf Sätze mit Lücken benötigt, dann lass die KI z.B. zehn Übungssätze dazu schreiben. Die schönsten fünf nehmt ihr dann für den Test. Wenn ihr fünf Sätze braucht und auch nur fünf Sätze schreiben lasst, ist die Chance größer, dass euch etwas nicht gefällt.

Mein Prompt:

Ich möchte mit dir mögliche Fragenformate für einen Test besprechen.

Verwende ausschließlich die geübten unregelmäßigen Lernwörter im Anhang. Ich mochte deine Zusatzaufgabe „Ich habe ins Kino gegangen.“, vielleicht als eine Transferaufgabe am Schluss?

Lass uns eine Punkte-Verteilung von 50% Anforderungsbereich 1 (Reproduktion), 35-40% AFB 2 (Anwendung), 10-max. 15% AFB 3 (Transfer) anstreben. Entwirf einen neuen Test, notiere die entsprechenden AFB sowie die vorgeschlagene Punkteverteilung. Achte darauf, dass der Test nicht länger als etwa 20 Minuten dauern sollte.

Inklusion auf Knopfdruck: Differenzierung leicht gemacht

Sobald der Haupttest fertig war, benötigte ich noch eine differenzierte Fassung. Anstatt alles mühsam händisch umzubauen, reichte eine Anweisung. So erhalten alle Schülerinnen und Schüler eine faire Chance, ihren Lernfortschritt zu zeigen.

Mein Prompt:

Erstelle nun darauf basierend einen vereinfachten Test für ein Kind mit Förderbedarf „Lernen“.

Ein Bild zur Veranschaulichung

Das im letzten Artikel von der KI entworfene neue sprachliche Bild von den zwei Brücken ins „Perfekt“-Land und ins „Präteritum“-Land fand ich sehr einprägsam. Und weil die Zukunft schon heute ist, habe ich noch im Handumdrehen ein passendes Bild für meine Erklärung am Smartboard generiert. Dazu kann man die Bildfunktion von ChatGPT (oder auch Googles KI Gemini) benutzen. Solche Bilder sind zurzeit urheberrechtlich nicht geschützt, man kann sie also frei verwenden (aber Vorsicht: Keine bekannten Personen oder geschützte Marken wie Disney-Figuren etc. generieren lassen, das verletzt deren Schutzrechte!).

Die Antwort habe ich dann in eine Bild-KI kopiert. Und weil mir einige Details noch nicht gefallen haben, habe ich das Bild wieder im Chat hochgeladen und erklärt, was anders werden soll. Die veränderte Anweisung habe ich dann wieder der Bild-KI gegeben und ein neues Bild erzeugen lassen. Manchmal lohnt es sich auch, die Anweisung einfach ein zweites Mal abzusenden, weil das erzeugte Bild jedes Mal leicht anders ist. So ist sehr schnell eine eindrückliche Illustration der Verben-Brücke entstanden.

Mein Prompt:

Ich hätte gern für das Smartboard eine Illustration, die die Verbbrücke verdeutlicht. Sie soll farbig sein, wie eine wunderschöne Seite im Märchenbuch. Bitte erstelle mir einen Prompt (Bildbeschreibung), um ein passendes Bild mit einer KI zu erstellen.

Das Wichtigste zum Mitnehmen

Unsere Zeitreise ist nun beendet, alle Passagiere meiner 3. Klasse sind wohlbehalten angekommen. Bei der gemeinsamen Planung mit KI wird folgendes klar: KI ersetzt nicht das Nachdenken, aber sie multipliziert meine Möglichkeiten. Anstatt mit allgemeinem Material arbeiten zu müssen, kann ich sehr schnell und individuell Arbeitsblätter erstellen, die direkt zu meiner Klasse passen.

So funktioniert’s konkret:

  1. Rolle geben: Du bist ein innovativer und erfahrener Grundschullehrer für Deutsch …
  2. Klassensituation beschreiben: Meine 3. Klasse ist leistungsstark, aber motorisch unruhig. In den letzten Stunden haben wir folgende Arbeitsblätter behandelt …
  3. Im Dialog verfeinern: Die Sätze sind zu lang. Maximal acht Wörter. Und nutze nur diese Verben: gehen, laufen, essen. Aufgabe 3 gefällt mir.
  4. Aus Überangebot auswählen: Lass dir zehn Übungssätze erstellen und wähle die besten fünf für deinen Test.

Ich wünsche euch viel Erfolg bei euren eigenen Reisen!

Johannes Wilke

Downloads

Diese Ideen wurden im Dialog mit Künstlicher Intelligenz (Claude Sonnet 4.5) entwickelt.

Dazu passt:

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Über den Autor

Johannes Wilke

Berufliche Tätigkeit: Seit meiner Kindheit bin ich in der Musik, aber auch in den Naturwissenschaften und Sprachen zuhause. An einer Berliner Grundschule habe ich das Glück, meine Begeisterung für all diese Bereiche den Kindern weitergeben zu können. Als Leiter des Musik-Fachbereichs unterrichte ich im Laufe der Grundschulzeit fast jedes Kind unserer Schule. Auch der Deutschunterricht in meiner eigenen Klasse liegt mir sehr am Herzen. Es ist für mich eine besondere Freude und Verantwortung, den Kindern das Lesen und Schreiben beizubringen. Dabei hilft mir so manches (teilweise selbst gestrickte) digitale Tool. Und natürlich ist mein behufter Assistent Franz immer mit dabei. Was mir privat Spaß macht: In der Schule sehe ich, wie schnell die Kinder wachsen. Umso mehr versuche ich derzeit, nachmittags mit meiner Familie zu erleben. Mal machen wir gemeinsam Knete (beliebt nicht nur in Klasse 1!), mal sind wir in der Natur unterwegs. Selbst Brot zu backen, ist seit langem meine Leidenschaft, genauso wie das Bergwandern im Sommer. Und in einigen Jahren, nach all dem Wachsen des Kindes, möchte ich wieder als Pianist mit der einen oder anderen Funk- oder Salsaband spielen.

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