Wie entsteht Schatten?
Ein Schattenexperiment durchführen und dokumentieren
„Licht und Schatten“ ist ein spannendes sachunterrichtliches Thema, das sich auch gut fächerverbindend mit dem Deutschunterricht angehen lässt. Über Beobachtungen in Experimenten nähern sich die Kinder dem Thema. Diese Grundlagen helfen ihnen später bei der Durchführung ihres Schattentheaters. Als strukturierte Anleitung und Protokollbogen für die Partnerarbeit dient hierbei die Kopiervorlage KV 1.
Was es braucht:
- eine Taschenlampe für je zwei Kinder,
- Knete,
- ein weißes Blatt,
- vier verschiedenfarbige Buntstifte.

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Schaubild Licht und Schatten, Bernadette Girshausen, Berlin; erstellt mit Unterstützung von ChatGPT (OpenAI, 2026)
So geht es: Die Kinder formen aus der Knete Objekte (z. B. dreidimensionale Körper wie Würfel, Kugel, Zylinder und Pyramide). Die Körper werden auf das weiße Blatt gelegt. Die Kinder vermuten, was sie sehen, wenn sie die Körper mit der Taschenlampe anstrahlen. Sie leuchten aus verschiedenen Winkeln auf die Objekte und fahren die Umrisse der Schatten in verschiedenen Farben nach. Sie tauschen sich mit ihrem Partnerkind aus und notieren ihre Beobachtungen.
Das fällt auf: Der Schatten bildet sich an der Stelle, auf die kein Licht fällt. Je nach Lichteinfall verändert sich somit die Form des Schattens. Wird die Taschenlampe weiter vom Objekt wegbewegt, wird der Schatten kleiner und schärfer. Nähert man die Lampe dem Objekt, wird der Schatten größer und unschärfer.
Erklärung: Die Kinder stellen in eigenen Worten formulierte Hypothesen auf. Ggf. werden diese durch die Lehrkraft berichtigt, systematisiert und ergänzt. Das Schaubild „Licht und Schatten“ kann zur Illustration dienen.
Drei Möglichkeiten, dieses Wissen für ein Schattenprojekt im Deutschunterricht zu nutzen
Möglichkeit 1: Schattentheater mit Schattenwand
Eine große Leinwand, ein mit einem weißen Tuch bespannter Rahmen oder ein straff gespannter weißer Vorhang dienen als Projektionsfläche. Dahinter wird eine Lichtquelle (z. B. eine LED-Taschenlampe, eine Schreibtisch- oder Klemmlampe, ein Halogenstrahler) positioniert. Die Lichtquelle sollte vorher getestet werden: Der Schatten sollte auch dann scharf bleiben, wenn er größer wird – also wenn sich die spielende Person von der Wand entfernt.
Der Raum muss für das Schattenspiel möglichst vollständig abgedunkelt werden.
Die Kinder erproben die Wirkung und versuchen, die Figuren darzustellen. Dazu stellen sich einige Kinder vor die Wand und geben Feedback. Alternativ können verschiedene Positionen der Lichtquelle und verschiedene Körperhaltungen erprobt und gefilmt werden. Die Kinder schauen sich die Videos im Anschluss an und besprechen sich. Zu beachten ist, dass die Gesten überdeutlich gezeigt werden müssen (Tendenz zur Übertreibung), damit diese vom Zuschauenden wahrgenommen werden. Vorbereitend können auch Ausdrücke zu Wortkarten pantomimisch hinter der Schattenwand dargestellt und „erraten“ werden (z. B. „erschrocken“, „empört“, „schluchzen“).

Schattentheater
Beispiel aus einem Schattentheater mit Schattenwand aus der Zirkusproduktion Alice im Wunderland
Das Stück wird eingeübt. Vorab sollte geklärt werden, dass der kursiv gedruckte Text Handlungsanweisungen gibt und nicht mitgelesen werden soll.
Prinzipiell können eigene Stücke ausgewählt oder selbst verfasst werden; alternativ kann auf KV 2 „Der Froschkönig“ zurückgegriffen werden.
Die Kinder üben die Stücke in Gruppen ein und spielen sie sich gegenseitig vor.
Möglichkeit 2: Handschattenspiel
Mit den Händen lassen sich verschiedene Figuren darstellen.

Gespielt werden kann, wie in Möglichkeit 1 beschrieben, hinter einer Leinwand. Besser eignet sich allerdings ein kleinerer, mit einem weißen Tuch oder Papier bespannter Rahmen.
Die Kinder erproben im abgedunkelten Raum, durch verschiedene Handstellungen Tiere und Gesichter zu formen. Dies erfordert einige Übung. Ideen gibt es auf KV 3.
Die Kinder lesen die Fabel „Der Elefantenkönig“ und setzen diese mit verteilten Rollen als Handschattenspiel um. Ebenso können auch eigene Stücke ausgewählt oder selbst verfasst werden. Um das Stück noch ansprechender zu gestalten, kann passende Musik ausgewählt und begleitend eingespielt werden. Die Kinder üben die Stücke in Gruppen ein und spielen sie sich gegenseitig vor.

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Beispiel einer Projektionsfläche für das Handschattenspiel
Möglichkeit 3: Schattentheater mit Stabpuppen
Anstelle der Hände können auch Stabpuppen verwendet werden. Vorlagen zum Basteln von Stabpuppen finden sich auf KV 5. Aufbau und Ablauf sind gleich wie in Möglichkeit 2. Als Spielanregung kann KV 4 „Die Sage vom heiligen Georg und dem Drachen“ dienen. Vorab sollte geklärt werden, dass der kursiv gedruckte Text Handlungsanweisungen gibt und nicht mitgelesen werden soll.

Beim Spiel sollen die Kinder ihr Wissen aus dem Experiment anwenden und den Drachen dadurch groß werden lassen, dass er weiter von der Schattenwand entfernt, also näher zur Lichtquelle gehalten wird. Die Figuren und weitere Requisiten werden ausgeschnitten, auf Pappe übertragen, an einem Stab (z. B. einem Holzspieß) befestigt und hinter der Schattenwand gehalten. Das Donnern des Drachens kann mit Trommeln musikalisch dargestellt werden. Weitere Ideen der Kinder zur Vertonung sind erwünscht.
Alternativ können die Figuren auch (ggf. ohne Stab) mit einem Overheadprojektor an die Wand projiziert werden.
Weiterführende Ideen zum Thema Licht und Schatten
Die Techniken (Möglichkeit 1 bis 3) können auch kombiniert werden. Auch ist es möglich, dass einige Kinder vor der Wand spielen, andere hinter der Wand. So ergeben sich zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten.

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Kombinationsmöglichkeit verschiedener Techniken für das Schattenspiel
Es kann auch das gesamte Stück gefilmt und mit einfachen Schnittprogrammen, die sich intuitiv bedienen lassen, nachbereitet werden (bspw. Filter darüberlegen, Text einblenden, Musik und Stimme als Audiospur unterlegen u. Ä.). So kann Medienkompetenz gefördert, das Ergebnis festgehalten und weitergeführt werden.
Screenshots können als Schreibanlass dienen oder für das (gemeinsame) Musizieren genutzt werden. Auch lässt sich aus diesen ein Daumenkino basteln.
In den drei Kopiervorlagen zu den Spielvorschlägen wurden Märchen, Fabel und Sage gewählt.
Hier noch Empfehlungen für Kinderbücher, die sich als Vorlage (auch für niedrigere Klassen) nutzen lassen. Die Lehrkraft oder die Kinder selbst können diese in Skripte für Schattentheaterstücke umwandeln und als solche umsetzen. Somit wird gleichzeitig literarisches Lernen angeregt.
Buchtipps: Tomi Ungerer: „Die drei Räuber“, Axel Scheffler: „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“, Marc-Uwe Kling: „Das Neinhorn“, Louise Fatio: „Der glückliche Löwe“, Janosch: „Oh, wie schön ist Panama“.
Schattentheaterstücke regen die Kreativität an, fördern das Verständnis physikalischer Gesetzmäßigkeiten und bieten außergewöhnliche ästhetische Erfahrungen. Dabei bietet die Schattenwand den Kindern einen geschützten Erfahrungsraum, in dem sie sich ungehemmt erproben können.
Viel Freude beim Schattenspiel wünscht
Eure Bernadette Girshausen








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