Zebrafanclub
Schritt für Schritt. Alle kommen mit.

Inklusion in der Grundschule: Gemeinsam lernen, weil die Welt bunt ist

Was ist euer Traum von Schule?
Wie soll Schule sein, damit ihr euch in ihr wohlfühlt?
Wie muss Schule gestaltet sein, damit alle Kinder eine ihrem Entwicklungsstand und ihrer Persönlichkeit gemäße Förderung erhalten?
Was leitet euer Handeln als Team in der Grundschule?

Vielleicht habt ihr euch mit diesen Fragen schon beschäftigt und seid zufrieden mit der momentanen Schulentwicklung an eurer Grundschule. Es kann aber auch sein, dass es an der Zeit ist, sich als Team gemeinsam mit der Schulleitung diesen Fragen neu zu stellen.

Wir als Team von Zebra haben uns ebenfalls weiterführende Gedanken gemacht und wollen euch heute unsere Vision von Inklusion in der Grundschule vorstellen.

Was bedeutet Inklusion?

Seit dem 26. März 2009 ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen auch in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Entsprechend dieser Konvention heißt es in Artikel 24 (2):

„Bei der Verwirklichung dieses Rechts stellen die Vertragsstaaten sicher, dass a) Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden und dass Kinder mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden …“
Bundesgesetzblatt Jg. 2008 Teil II Nr. 35, ausgegeben zu Bonn am 31.12.2008

Inklusion bedeutet wörtlich „Einschluss“ oder „Enthaltensein“. Ihr zentrales Element ist die Wertschätzung der Vielfalt. Jeder Mensch gehört in unserer Gesellschaft dazu – ohne Vorbehalte und Hindernisse.

Eine Schule, die allen Kindern gerecht wird, ist das Ziel, das Zebra verfolgt.

Inklusion bedeutet wörtlich „Einschluss“ oder „Enthaltensein“. Ihr zentrales Element ist die Wertschätzung der Vielfalt. Jeder Mensch gehört in unserer Gesellschaft dazu – ohne Vorbehalte und Hindernisse.

Unsere Vision: Eine Pädagogik der Vielfalt

Um diese Vision der Inklusion zu erreichen, muss Schule sich verändern. Mit Zebra kann man sich Schritt für Schritt auf den Weg machen, Schule und Unterricht zu verändern und damit allen Kindern eine Chance zu geben. Jedes Kind muss, unabhängig von seinen Fähigkeiten, in das schulische Bildungssystem aufgenommen werden. Die „Schule für alle“ benötigt eine „Pädagogik der Vielfalt“. Alle Kinder werden als individuell verschieden, aber auch als prinzipiell förderbedürftig angesehen und erhalten daher eine individuelle Förderung.

Unsere Vision ist es, dass alle Kinder mit Zebra auf ihrem Entwicklungsniveau arbeiten können, egal aus welchem kulturellen Kontext sie kommen. Zebra ist schon immer ein Lehrwerk, das sich „Differenzierung“ und „Individualisierung“ zur Aufgabe gesetzt hat. Die Kinder, die in die Schule kommen, sind von ihrer Lernausgangslage sehr unterschiedlich.

Es gibt Kinder, die lesend und schreibend in die Schule kommen und andere Kinder, die in ihrer Entwicklung bisher ein anregungsarmes Umfeld hatten und damit schlechte Startchancen haben .

Es kommen Kinder in die Schule, die eine hohe Begabung haben und Kinder, die eine schwierige Biographie mit vielen Stolperstellen haben. Und es gibt Kinder, die die deutsche Sprache beherrschen und Kinder, die die deutsche Sprache noch erlernen müssen. Und alle diese Kinder sitzen bei uns in den Schulklassen.

Grundsätzlich sollen alle Kinder ein Recht auf Aufnahme in die Grundschule haben. Das bedeutet natürlich, dass sich die Lehrkräfte auf die Bedürfnisse aller Kinder einstellen müssen.

Damit Differenzierung und Individualisierung gelingen, braucht es jedoch mehr als nur gute Aufgaben – es braucht einen Rahmen, in dem sich diese Vielfalt entfalten kann.

Klar strukturierte Räume unterstützen den inklusiven Unterricht mit Zebra.

Die Basis für Inklusion: Den Raum optimal nutzen

Bevor wir auf die passenden Materialien schauen, spielt die Raumgestaltung eine entscheidende Rolle für den Unterrichtserfolg in inklusiven Klassen. Eine klare Struktur gibt den Kindern die nötige Sicherheit, um selbstständig mit differenziertem Material zu arbeiten.

Praxistipps für einen inklusiven Klassenraum:

Struktur durch Farben: Nutzt Farben zur Orientierung: Deutschmaterialien liegen z. B. in Fächern, die alle die gleiche Farbe haben.

Differenzierung: Der Schwierigkeitsgrad der Materialien kann gut durch die Hufabdrücke aus den Zebra-Materialien gekennzeichnet werden. Ihr findet sie als Download unter dem Beitrag.

Ruhebereiche: Bereiche der ruhigen Arbeit sollten von Bereichen der Gruppenarbeit getrennt sein. Optimal ist es, wenn man einen Ruheraum in der Nähe des Zimmers hat, da allen Kindern eine Rückzugsmöglichkeit hilft – zur Not kann aber auch eine Nische auf dem Flur helfen. Ein gutes Raumklima schafft neben den Teppichböden auch eine Akustikdecke, die vom Schulträger eingebaut werden sollte.

Lernatmosphäre: Grundsätzlich sollte die komplette Raumgestaltung eine gute Mischung aus Nüchternheit und Gemütlichkeit sein. An den Wänden sollten nur die aktuell wichtigen Materialien hängen (Schreibtabelle, Strategieposter, aktuelle Unterrichtsergebnisse, …). Pflanzen und Gardinen schaffen mit wenig Aufwand ein großes Maß an Gemütlichkeit. Wenn das Klassenzimmer groß genug ist, kann man eine feste Sitzbankecke für Gesprächskreise einrichten. Hier unterstützt es die Kinder sehr, wenn jedes Kind einen festen Platz hat.

Feste Ankerpunkte: Alle Schülerregale, Kleiderhaken, Stühle und Tische sollten mit einem Foto und Namen des jeweiligen Kindes beklebt sein. Gerade besondere Kinder benötigen diese Sicherheit und Orientierung. Die eingeräumten Materialregale können jeweils durch ein Foto visualisiert werden, das an die Rückseite des Regalfaches geklebt wird.

Regeln: Zentral müssen, nach Erarbeitung der gemeinsamen Regeln, diese sowohl als Text als auch als Bild im Klassenraum aufgehängt werden. Eine „Regel der Woche“ kann an dominanter Stelle ausgehängt werden.

Sitzordnung: Die Sitzordnung im Klassenzimmer darf nicht zu häufig wechseln. Alle Kinder sollten aber die Möglichkeit haben, sich einen Platz zu suchen, der ihren momentanen Bedürfnissen entspricht. Dabei sollte auch zugelassen werden, wenn Kinder zum Beispiel auf dem Boden arbeiten oder ein Stehpult nutzen wollen.

Digitale Arbeitsmittel: Griffbereite Tablets unterstützen zudem alle Kinder bei der Arbeit. Hier können auch die Zebra-Apps installiert werden.

Griffbereite Tablets unterstützen alle Kinder beim Arbeiten.

Ein erster Ausblick: Die neuen Zebra-Inklusionsmaterialien

Wenn der Rahmen stimmt, brauchen die Kinder das passende Werkzeug. Wir haben gemerkt, dass wir im Bereich der Differenzierung noch einen Schritt weiter gehen müssen, um euch als Lehrkräfte mit einem „Rund-um-Sorglospaket“ auszustatten. Kinder mit den Förderschwerpunkten Lernen oder emotionale und soziale Entwicklung benötigen oft noch stärker differenziertes Material, das kleinschrittiger im Lernprozess voranschreitet.

Aus diesem Grunde haben wir die Zebra Arbeitshefte inklusiv für alle Jahrgänge und für alle Bereiche des Deutschunterrichts entwickelt.

Hier ein kleiner Sneak Preview auf das, was euch erwartet. Tiefere Einblicke folgen in weiteren Artikeln.

  • Zieldifferentes Lernen: Die Zebra Arbeitshefte inklusiv sind für Kinder mit Förderbedarf und diagnostizierter Lernschwäche mit den Förderschwerpunkten Lernen und emotionale und soziale Entwicklung gedacht. Diese Kinder bleiben drei Jahre in der Schuleingangsphase und werden nach individuellen Förderplänen unterrichtet. Die Zebra Arbeitshefte inklusiv bleiben in Inhalt und Themenanzahl deutlich unterhalb des Förderheft-Niveaus und sind zieldifferent, d. h., Kinder, die das Inklusionsmaterial nutzen, müssen nicht die gleichen Lernziele erreichen, wie die Kinder, die das Regellehrwerk nutzen. Natürlich können die Kinder die Materialien schneller bearbeiten. Durch die gute Strukturierung der Materialien fällt es den Kindern leichter, diese zielgerichtet zu bearbeiten.
  • Visuelle Entlastung: Die Zebra Arbeitshefte inklusiv haben einen reduzierteren Inhalt und visuell entlastete Seiten (größere Schrift, größere Lineatur, größere Abbildungen, mehr Weißraum)
  • Sicherer Rahmen: Die Zebra Arbeitshefte inklusiv enthalten überschaubare Lernportionen für eine bessere Orientierung und mehr Lernmotivation:
    • Ankreuzkästchen vor Aufgaben, um jedem Kind individuell Aufgaben zuordnen zu können,
    • wiederkehrende Aufgabenformate und regelmäßige Wiederholungen,
    • geschlossene Aufgabenformate: verbinden, einkreisen, anmalen, nachspuren,
    • mehr Beispiellösungen

Schaut mal rein, die Seiten findet ihr auch unterhalb des Artikels zum Download.

Folgende Lehrwerksteile sind geplant:

Inklusive Materialien für die Grundschule: Das Zebra Startheft inklusiv

271107_Zebra_Startheft_inklusiv

Zebra Startheft inklusiv

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Buchstabenheft PLUS inklusiv (Heft A1, A2, A3, A4)

Hufe blau des Zebra Inklusionsmaterials
Inklusive Materialien für die Grundschule: Das Zebra Arbeitsheft Lesen/Schreiben inklusiv

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Arbeitsheft Lesen | Schreiben inklusiv (Heft B, C, D)

Inklusive Materialien für die Grundschule: Das Zebra Arbeitsheft Sprache inklusiv

271091_Zebra_AH_Sprache_B_inklusiv

Arbeitsheft Sprache inklusiv (Heft B, C, D)

Alle Zebra-Hefte inklusiv sind themen- bzw. buchstabenparallel, aber nicht seitenparallel zu den regulären bzw. Förderausgaben von Zebra.

Beispielseiten aus den Zebra inklusiv-Heften

Kooperation als Schlüssel zum Erfolg

Inklusion ist eine Teamleistung. Das A und O guter Schule und guten Unterrichts ist die Zusammenarbeit aller am Schulleben Beteiligten. Gerade die Lehrerinnen und Lehrer sollten in Teams zusammenarbeiten und sich gegenseitig bei der Materialerstellung und Unterrichtsvorbereitung, beim Bewältigen von Belastungen und durch kollegiale Hospitation unterstützen.

Die Kooperation zwischen Elternhaus und Schule muss fest und klar verankert sein. Zum Start des gemeinsamen Weges in der Schule sind Bildungsvereinbarungen zwischen Elternhaus und Schule für ein gutes und vertrauensvolles Miteinander sinnvoll. Was erwartet die Schule von den Eltern und was leistet die Schule für die Förderung des Kindes? Nach einer Eingangsdiagnostik wird für jedes Kind ein Förderplan verfasst, der folgende Fragen beantworten sollte:

  • Was kann das Kind?
  • Was kann es noch nicht?
  • Was sind die nächsten Schritte?

Bei der Diagnostik des Lernstandes könnt ihr die Materialien von Klett Diagnostik wie die Hamburger Schreibprobe (HSP) oder den Potsdamer Lesetest (PLT) nutzen. Bei der Erstellung der Förderpläne kann euch der Klett Lernentwicklungsassistent optimal unterstützen. Diese Förderpläne werden in regelmäßigen Fördergesprächen mit den Erziehungsberechtigten besprochen.

Durch unser großes Materialportfolio aus dem Zebra Buchstabenheft PLUS, den Zebra Sprache Förderausgaben und den neuen Zebra Arbeitsheften inklusiv ist für jedes Kind Material für den jeweiligen Entwicklungsstand vorhanden. Darüber hinaus findet ihr im Digitalen Unterrichtsassistenten sehr viel weiteres Arbeitsmaterial für eure Kinder.

Durch unser wachsendes Materialportfolio – vom Buchstabenheft PLUS über die Förderausgaben bis hin zu den neuen Inklusionsheften – möchten wir euch dabei unterstützen, für jedes Kind den passenden Weg zu finden.

Freut euch auf weitere Artikel, in denen wir tiefer in die einzelnen Teile von Zebra inklusiv eintauchen!

Viel Erfolg wünscht euch

Andreas

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Über den Autor

Andreas Körnich

Berufliche Tätigkeit: Ich leite eine zweizügige Grundschule mit LRS-Klassen in Wilkau-Haßlau in Sachsen. Die Begegnung und Arbeit mit den Kindern in meiner Grundschule macht mir sehr viel Freude. Jedes Kind auf seinem Lern- und Lebensweg ein Stück zu begleiten, ist eine spannende Aufgabe, die ich mit meinem Team gerne leisten möchte. Gerade die Kinder mit Teilleistungsschwächen oder sonderpädagogischen Förderbedarf fordern mich sehr heraus, bereichern aber zugleich auch meinen Alltag. Meine Erfahrungen in der Förderung aller Kinder durch Lernstrategien konnte ich von der ersten Konzeption bis zum fertigen ZEBRA-Lehrwerk als Autor einbringen. ZEBRA-Fortbildungen in Deutschland und Österreich bereiten mir sehr viel Freude. Was mir Spaß macht: Privat bin ich seit vielen Jahren glücklich verheiratet. Meine Frau und ich haben 5 Kinder, die uns sehr viel Freude machen. Wir leben in Zwickau, wo wir uns als Familie sehr wohl und heimisch fühlen. Dort engagieren wir uns verantwortlich in verschiedenen Sozialprojekten. Ich liebe aktuelle und klassische Kinderliteratur. Besonders gerne schreibe ich mit Kindern Geschichten und Gedichte.

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