Ein leuchtender Start ins neue Jahr – unser Wünschebaum am Fenster
Wenn nach den Ferien wieder Leben in die Klassenzimmer zieht, liegt oft eine besondere Stimmung in der Luft: ein bisschen Aufregung, Vorfreude und die leise Frage, was das neue Jahr wohl bringt, insbesondere wenn man eine vierte Klasse hat!
Gerade in dieser Zeit, wenn wir wieder in der Schule „ankommen“, lohnt es sich, einen Moment innezuhalten. Nach den intensiven Wochen vor Weihnachten tut es gut, den Blick nach vorn zu richten – ohne Druck. Nicht mit großen Vorsätzen oder Zielen, sondern mit kleinen, ehrlichen Wünschen. Denn Wünsche sind wie kleine Samen – sie brauchen Raum, Licht und Geduld, um zu wachsen.
Um diesen Neuanfang sichtbar und spürbar zu machen, habe ich in unserer Klasse einen Wünschebaum ans Fenster gemalt. Ein Baum, der mit jedem Sonnenstrahl lebendig wird – und mit jedem Transparentpapier-Blatt ein Stück Hoffnung trägt. Er erinnert uns jeden Tag daran, dass jeder Wunsch, egal wie klein, seinen Platz haben darf und dass Neues langsam, aber stetig wachsen kann – genau wie wir selbst.
Ein Symbol für Wachstum und Aufbruch – besonders im 4. Schuljahr
Aktuell habe ich ein viertes Schuljahr und der Wünschebaum hat daher noch eine viel tiefere Bedeutung für meine Klasse. Denn das letzte Grundschuljahr ist einfach eine Zeit des Wandels: Die Kinder sind vertraut mit ihrem Schulalltag, und doch spüren viele, dass etwas Neues bevorsteht. Gerade jetzt im Januar, wenn die Schulformempfehlungen ausgestellt werden. Zwischen Vorfreude und Abschied, Stolz und Unsicherheit brauchen unsere Kinder Bilder, die Halt und Zuversicht geben – und genau das kann der Wünschebaum sein.
Wenn die Kinder ihre bunten Blätter ans Fenster hängen, wird sichtbar, was sie innerlich bewegt: Wünsche, Hoffnungen, vielleicht auch kleine Sorgen. Der Baum wächst mit ihnen – Zweig für Zweig, Wunsch für Wunsch – und begleitet sie bis zum Sommer, wenn der Abschied von der Grundschule naht.

So geht’s Schritt für Schritt
- Das Grundgerüst – der Baum am Fenster
Mit abwaschbarer Kreidefarbe, Fensterkreidestiften oder Fingerfarbe malt ihr gemeinsam einen großen Baum an die Scheibe – Äste, Stamm und vielleicht schon erste Knospen. Er darf ruhig unregelmäßig sein – jedes Kind kann einen Zweig gestalten. Je nach Klassenstufe (und Höhe der Fenster) könnt/solltet ihr natürlich auch selbst einen Baum vorzeichnen!
- Die Wunschblätter aus Transparentpapier
Jedes Kind erhält ein buntes Transparentpapier-Blatt (vorher ausgeschnitten oder gemeinsam vorbereitet). Auf dieses Blatt schreibt oder malt es seinen Wunsch für das neue Jahr: - Was wünsche ich mir für unsere Klasse?
- Was möchte ich mir selbst zutrauen oder schenken?
- Was soll in diesem Jahr besser werden?
Für jüngere Kinder kann auch ein Symbol oder ein Wort reichen – „Mut“, „Freude“, „Freundschaft“, „Ruhe“. Als Unterstützung findet ihr am Ende des Beitrags liebevoll gestaltete Impulskärtchen (für Klasse 1 und Klassen 2-4), die ihr im Kreis auslegen oder an die Tafel hängen könnt (bzw. die Karten digital zeigen könnt). So bekommen eure Schülerinnen und Schüler Anregungen zum Formulieren ihrer Wünsche.
- Achtsames Aufhängen
Beim Aufkleben oder Anbringen jedes Blatts darf das Kind einen Moment innehaltend sagen (oder denken):
„Das ist mein Wunsch für das neue Jahr.“
So entsteht eine ruhige, wertschätzende Atmosphäre.
- Das Licht nutzen
Wenn die Sonne durch die bunten Wunschblätter scheint, wirkt der Baum lebendig – die Wünsche beginnen im wahrsten Sinne zu „strahlen“. Vorausgesetzt die Sonne lässt sich auch im Winter öfter blicken
Diese sichtbare Präsenz stärkt das Gefühl: Meine Gedanken und Wünsche haben hier Platz.
Wenn Kinder ihre Wünsche sichtbar machen dürfen, erleben sie, dass ihre Gedanken Bedeutung haben. Der Baum im Klassenzimmer wird so zu einem Ort, an dem sie sich selbst und ihre Gefühle ausdrücken können – jenseits von Noten, Aufgaben und Erwartungen. Er erinnert uns alle daran, dass Entwicklung Zeit braucht: Wünsche dürfen sich verändern, wachsen oder sogar neu entstehen. Achtsamkeit bedeutet nicht, an etwas festzuhalten, sondern offen zu bleiben für das, was sich wandelt.
Achtsamkeit, die bleibt
Der Baum begleitet die Klasse durch das zweite Halbjahr. Und von Zeit zu Zeit kann man gemeinsam darauf schauen und sehen, was sich verändert hat:
- Hat sich mein Wunsch erfüllt?
- Ist daraus vielleicht etwas anderes geworden?
- Oder nehme ich diesen Wunsch mit in Klasse 5?
Am Ende des Schuljahres kann jedes Kind zum Beispiel sein Wunschblatt abnehmen, als Erinnerung mitnehmen oder es in ein kleines „Wunsch-Tagebuch“ einkleben. So kann aus einem Fensterbild quasi ein achtsames Jahresprojekt werden.
Abschlussgedanke…
Indem wir die Wünsche sichtbar machen, bekommen sie einen festen Platz im Klassenzimmer – und damit auch in der Klassengemeinschaft. Der Wünschebaum erinnert uns daran, dass jede Idee und jeder Gedanke wichtig ist und dass Wünsche sich mit der Zeit verändern und wachsen dürfen.
Und wenn ihr jetzt wissen wollt, wie der mit Blättern bestückte Wünschebaum meiner Klasse aussieht, müsst ihr auf mal rüber zu Instagram klicken. Dort teile ich Ideen und Einblicke aus meinem Lehrerinnenalltag – auch der Wünschebaum wird dort zu sehen sein: @miss_thiel
Ich wünsche euch alles Gute für das neue Jahr!
Herzlichst,
eure Vanessa



Hinterlasse einen Kommentar